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Mittwoch, 20. Juni 2018

Baureportage > EFH Gärtnerstrasse Wallbach

Aushub und Untergeschoss

Anfangs Februar 2018 erteilte uns die Gemeinde Wallbach die Baubewilligung und im März wurde nach dem eher milden Winter mit dem Aushub begonnen. Schon sehr rasch konnte die Bodenplatte und die Kelleraussenwände betoniert werden.

Die Innenwände im Untergeschoss werden aus Backstein aufgemauert und die Deckenschalung vorbereitet. Ebenso wird die Stirnschalungen befestigt, somit entsteht eine Art geschlossene Wanne (gelbe Holzkonstruktion auf den Bilder) für die späteren Betonierarbeiten der Decke über UG.

Im folgenden Schritt kommen die Monteure der Elektro-, Sanitär-, Heizungs-, und evtl. Lüftungsplanung zum Zuge. Es gilt nun, die gemeinsam koordinierte Leitungsführung einzulegen. Was für einen Laien als Chaos beschrieben wird, kann von einem Fachmann beinahe als Kunstwerk definiert werden.

Für diejenigen denen dies hilft: Von diesen Leitungen sehen Sie nachher nichts mehr!

Sobald sämtliche Elektro-Rohre (Blau, Grün, Rot), Warm- und Kaltwasserleitungen (schwarz), Abwasserleitungen (mit Isolation eingepackt, blau oder braun) sowie Lüftungsrohre (weiss) eingelegt wurden, wird auf der obersten Ebene die 3. und 4. Lage der Stahlarmierung verlegt.

Zusammen mit der unteren und oberen Armierung wird der Baustoff Beton ein hoch belastbares und stabiles Material, welches für Decken und Wände verwendet werden kann.

Erdgeschoss

Anhand der Menge an Armierungseisen, der Abstände sowie der speziellen Eckverbindungen kann erahnt werden, dass es sich bei einer solchen Wand um eine erdbebensicheren Betonwand handelt. In solchen Wänden dürfen in der Regel keine Einlagen wie Leitungen (Elektro, Sanitär) eingelegt oder Aussparungen (Schlitze, Durchbrüche) erstellt werden.

Für den grossen Balkon müssen Betonstützen mit einem Fundament bis auf das tragsichere Terrain geführt werden. Im Normalfall - und sofern vom Ingenieur nichts Anderes berechnet - liegt diese Höhe bei 80cm unter der fertigen "Rasenfläche". Dies hat ebenfalls mit der Frosttiefe zu tun.

Obergeschoss

Die ganze Prozedur wiederholt sich im Obergeschoss. Schalen der Decke über EG, untere Lage der Armierung verlegen, Leitungen einlegen, obere Lage der Armierung - dann dazwischen ausbetonieren. Bereits am nächsten Tag kann mit den Mauerarbeiten begonnen werden! Um seine vollendete Festigkeit zu erlangen, muss die Decke jedoch noch einige Wochen von unten her "gespriesst" bleiben. Informationen zum Spriess finden Sie hier: Wikipedia: Spriess

Aufrichten des Dachstuhles

Der Zimmermann hat den gesamten Dachstuhl bereits abgebunden. Das heisst, dass sämtliche hölzernen Teile wie das Kehlgebälk (Oberste Deche aus Holzbalken), Schwellen (Auflager für die Sparren), Grat (Verbindungen der einzelnen Dachflächen), First (Höchster Punkt im Dach) und Sparren (von der Traufe zum First laufender Holzbalken als Tragschicht für die Dachhaut) bereits auf die entsprechenden Längen und Winkel zugeschnitten wurden. Auf dieser Baustelle konnte so der rohe Dachstuhl innert 2 Tagen aufgerichtet werden. Wenn jetzt noch das Unterdach verlegt wird, so kann unter dem Dach im Trockenen mit dem Innenausbau begonnen werden.

Rohbau beendet

Zum jetztigen Zeitpunkt sagt man, dass der Rohbau beendet wurde. Der Baumeister räumt die Baustelle auf und übergibt diesen in die Phase des Innenausbaus. Die nächsten Bauschritte werden mittels Terminprogrammes auf die Tage genau ermittelt und als Balkendiagramm grafisch dargestellt. Unter Vorbehalt kann zum jetztigen Zeitpunkt bereits definiert werden, ab wann der Bauherr in sein neues Heim einziehen kann - sofern nichts dazwischen kommt...

Rohmontage

Bei der Rohmontage kommen Sanitär und Elektriker zum Zuge. Hierbei werden durch den Sanitär die Leitungen von Heiss- und Kaltwasser sowie Armaturen (WC-Spülkästen, Duschenmischer etc.) in oder auf den Backsteinwänden eingelegt oder angeschraubt. Der Elektriker verlegt seine Schutzrohre im Mauerwerk an die entsprechenden Positionen von Steckdosen oder Lichtschalter. Diesen Vorgang nennt man "schlitzen". Sind sämtliche Arbeiten der Rohmontage vollzogen, dann mauert der Baumeister die Spühlkästen ein und wirft die Zwischenräume der "geschlitzten Wände" mit Zementmörtel wieder zu. Zum Schluss zieht der Elektriker seine Drähte durch die Schutzrohre. Damit wird sichergestellt, dass die Leitungen für die Fertigmontage (Lichtschalter etc..) nicht verstopft sind. Zu guter Letzt werden durch den Gipser im Zusammenhang mit den Grundputz-Vorarbeiten (siehe weiter unten) sämtliche "rissanfälligen Stellen" mit einem Kunststoffgewebe "genetzt und eingebettet",dies verhindert bei minimalsten Bewegungen die Rissübertragung auf die raumseitige Schicht, also dem fertigen Abrieb.

Fenstermontage

Fenster haben je nach Produktionskapazität vom Werk eine Lieferzeit von 6-8 Wochen. Das bedeutet, dass noch während der Rohbauphase diese bestellt werden und sämtliche Rohbaumasse der Maueröffnungen eingehalten werden müssen. Sind diese jedoch einmal termingerecht vor Ort, so ist die Montagetruppe je nach Anzahl und Grösse der Fenster innerhalb von 2-3 Tagen mit der Montage beendet. Die grossen Hebeschiebetüren in den Wohnzimmer oder bei Terrassen müssen in der Regel mit einem Kran an die entsprechende Stelle gehieft werden. Die Fensterfront auf den Bilder hat eine Breite von 6 Meter und musste mit rund 4 Mann unter dem grossen Balkon über einen 60cm hohen Absatz ins Wohnzimmer gestemmt werden. Mit den bauseits (vor Ort) eingesetzten Gläser wieget solche eine Front mehrere hundert Kilogramm! Ein echter Knochenjob. Sind die Fenster fertig montiert, werden diese von aussen mit einem sogenannten "Windpapier" gegen Wind und Schlagregen abgedichtet, so dass die Feuchtigkeitsaustausch von Innen nach Aussen denoch stattfinden kann. Die Zwischenräume vom Fensterrahmen zum Mauerwerk hin werden ausgeschäumt.

Grundputz

Zwischen dem rohen Backstein und dem fertigen Abrieb wird eine Schicht Grundputz aufgezogen. Dies ist eine Art Kalkzementgemisch, welches Unebenheiten vom Mauerwerk und Bauteilen ausgleichen vermag und als Haftbrücke zwischen dem Mauerwerk und dem Abrieb dient. Hierzu müssen zuerst Kantenschutzprofile gesetzt werden. In die Türleibungen werden Holzbretter gesetzt und gegeneinander gestemmt. Auf grossen Wandflächen werden Putzschienen vertikal befestigt. Somit kann der Grundputz aus dem Silo mittels Schlauch und Pumpe direkt an die Wand gespritz werden und mit einer Abziehleiste grossflächig auf eine gleichmässige Dicke abgeglättet werden. Die Putzschienen und Holzbretter werden während dem "Abbinden" (physikalischer Vorgang der das "Austrocknen" eines Baustoffgemisches beschreibt) wieder entfernt.

... in der Zwischenzeit wurde das Gebäude in sämtlichen Punkten fertig gestellt und ist bewohnt. Mit unserer Bauberichterstattung sind wir nicht so schnell vorangekommen.

Gerne werden wir bei einem anderen Bauwerk das "Bautagebuch" mit weiteren Informationen weiterführen und spannende Einblicke gewähren...